Netzsperren gegen illegale Glücksspielanbieter

Die GGL darf Internetzugangsanbieter nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht zu IP- oder DNS-Sperren gegen illegale Glücksspielseiten verpflichten. Stattdessen geht die Behörde über Host-Provider und Zahlungsdienstleister vor; rund 930 Domains illegaler Anbieter sind auf diesem Weg abgeschaltet oder unerreichbar (Stand 2025).

Der gescheiterte erste Anlauf: Sperren beim Access-Provider

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 gab der GGL in § 9 ein Instrument, um „Anbieter von Vermittlungsdiensten" zu Sperren zu verpflichten. Die Behörde richtete 2022 erste Anordnungen an Internetzugangsanbieter wie Telekom oder Vodafone. Die Gerichte stoppten das: zuletzt entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass die Norm auf Access-Provider in keinem denkbaren Fall anwendbar ist. Seit der ersten Niederlage 2022 hat die GGL keine neuen Anordnungen gegen Zugangsanbieter erlassen. Klassische Netzsperren, bei denen dein Internetanbieter den Zugriff blockiert, gibt es im Glücksspielbereich derzeit also nicht.

Was stattdessen passiert

Die GGL verlagerte den Vollzug auf zwei andere Hebel:

InstrumentWirkung
Anordnungen an Host-ProviderDer Anbieter, auf dessen Servern die Casino-Seite läuft, muss sie für Nutzer aus Deutschland unzugänglich machen. Rund 930 Domains sind so abgeschaltet, im Schnitt kommen etwa 60 pro Monat hinzu (Stand 2025).
ZahlungsblockadenBanken und Zahlungsdienstleister dürfen Zahlungen an illegale Anbieter nicht abwickeln. Allein 2025 leitete die GGL über 165 solcher Verfahren ein. Ohne funktionierende Ein- und Auszahlung bricht das Geschäftsmodell weg.

Kommt die DNS-Sperrpflicht doch noch?

Die Bundesländer arbeiten an einer Novelle des Glücksspielstaatsvertrags, die die vom Gericht benannte Lücke schließen und Provider zu DNS-Sperren auf GGL-Anordnung verpflichten soll; Medienberichte nennen Mai 2026 als Startpunkt der neuen Pflichten. Eine amtliche Bestätigung der GGL, dass solche Sperren bereits angeordnet werden, gibt es bisher nicht. Sobald sich der Vollzug ändert, wird diese Seite aktualisiert.

Was das für Spieler bedeutet

Dass eine Casino-Seite aus Deutschland erreichbar ist, sagt nichts über ihre Legalität. Erreichbarkeit ist kein Gütesiegel, sie kann schlicht bedeuten, dass der Host-Provider im Ausland sitzt und Anordnungen ignoriert. Verlässlich bleibt nur der Abgleich mit der amtlichen Whitelist, am schnellsten über unsere Anbieter-Prüfung.

Quelle für Lizenzangaben: amtliche GGL-Whitelist, Stand 30.06.2026. Zuletzt geprüft: 20.07.2026.

Häufige Fragen

Sperrt mein Internetanbieter illegale Casino-Seiten?
Derzeit nicht. Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass die GGL Zugangsanbieter nach geltendem Recht nicht zu Sperren verpflichten kann. Eine Staatsvertrags-Novelle, die das ändern soll, ist auf dem Weg.
Wie geht die GGL dann gegen illegale Anbieter vor?
Über Untersagungsverfügungen, Abschalt-Anordnungen an Host-Provider (rund 930 Domains) und Blockaden der Zahlungswege (über 165 Verfahren im Jahr 2025).
Eine Casino-Seite ist erreichbar. Heißt das, sie ist legal?
Nein. Erreichbarkeit beweist nichts. Legal ist ein Angebot nur mit Eintrag in der amtlichen GGL-Whitelist.

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Kostenlose, anonyme Hilfe der BZgA: 0800 1 37 27 00 · bzga.de · check-dein-spiel.de

Lizenzierte Anbieter sind an OASIS (Selbstsperre, anbieterübergreifend) und LUGAS (nur ein aktiver Anbieter, Einzahlungslimit) angeschlossen. Mehr: Spielerschutz · Verantwortungsvolles Spielen.